Warum die nassesten Orte Frankreichs Sie überraschen werden
Viele glauben, dass es vor allem in der Bretagne, Paris oder Nordfrankreich regnet. Die Wahrheit sieht anders aus: Zwischen dem Atlantik, den Alpen und den Pyrenäen kassieren einige Städte deutlich mehr Niederschlag, als ihr Ruf vermuten lässt.
Basierend auf den klimatischen Normwerten 1981-2010 von Météo-France lässt sich ein überraschendes Ranking der regenreichsten Städte Frankreichs erstellen – gemessen sowohl am jährlichen Niederschlag als auch an der Anzahl der Regentage. Und ganz oben steht keine bretonische Stadt.
Geografie entscheidet über Regenmenge mehr als die Lage im Norden
Die Topografie erklärt einen Großteil dieser Rangliste. Städte am Atlantik, wie im Baskenland oder in der Bretagne, empfangen das ganze Jahr über ozeanische Störungen. Gebirge zwingen feuchte Luft zum Aufsteigen, was zu reichlichen Niederschlägen an den Ausläufern der Pyrenäen, Alpen oder des Jura führt.
Ein wichtiger Unterschied: Menge versus Häufigkeit. Der jährliche Gesamtniederschlag in Millimetern misst die gefallene Wassermenge, während die Anzahl der Regentage zeigt, wie oft es nass wird. Manche Rankings betonen die monatlichen Regentage und heben Grenoble, Annecy oder Lyon hervor. Hier liegt der Fokus auf dem tatsächlichen Wasservolumen.
Das überraschende Top 10 Ranking der nassesten Städte
An der Spitze steht Biarritz mit 1.451 mm Niederschlag pro Jahr und 141 Regentagen. Das Baskenland vereint ozeanischen Einfluss und die Nähe zu den Pyrenäen – eine perfekte Kombination für Regen. Knapp dahinter folgt Brest mit 1.210 mm jährlich, aber stolzen 159 Regentagen – fast jeden zweiten Tag fällt hier Wasser vom Himmel. Besançon komplettiert das Podium mit 1.187 mm und 141 Regentagen.
Danach reihen sich weitere überraschende Städte ein. Hier das vollständige Ranking nach Météo-France-Daten für den Zeitraum 1981-2010:
- Biarritz: 1.451 mm pro Jahr, 141 Regentage
- Brest: 1.210 mm pro Jahr, 159 Regentage
- Besançon: 1.187 mm pro Jahr, 141 Regentage
- Tarbes: 1.047 mm pro Jahr, 120 Regentage
- Limoges: 1.024 mm pro Jahr, 135 Regentage
- Bourg-Saint-Maurice: 986 mm pro Jahr, 110 Regentage
- Lorient: 951 mm pro Jahr, 132 Regentage
- Bordeaux: 944 mm pro Jahr, 124 Regentage
- Grenoble: 934 mm pro Jahr, 106 Regentage
- Montélimar: 905 mm pro Jahr, 77 Regentage
Was dieser Unterschied für Ihren Alltag bedeutet
Die Champions variieren je nach Kriterium erheblich. Brest verzeichnet mehr Regentage als Biarritz, aber die Schauer fallen oft weniger intensiv aus. Montélimar zeigt einen hohen Jahresniederschlag bei nur 77 Regentagen – das Wasser kommt seltener, aber heftiger. Grenoble erscheint in beiden Rankings und illustriert einen interessanten Mittelweg.
Für Reiseplanung oder Wohnortwahl machen diese Nuancen einen enormen Unterschied. Wer täglichen Nieselregen fürchtet, achtet auf die Regentage. Wer kräftige Gewitter meidet, prüft die Jahresniederschlagsmenge. Je nachdem, ob Sie die Atlantikküste, die Alpen oder den Südwesten bevorzugen, gibt dieses Top 10 präzise Aufschluss darüber, wie oft der Regenschirm griffbereit sein sollte.
Die Daten zeigen eindrucksvoll: Frankreichs nasseste Ecken liegen nicht dort, wo die meisten sie vermuten würden. Das Baskenland schlägt die Bretagne beim Gesamtniederschlag, während Brest bei der Häufigkeit führt. Diese Erkenntnisse helfen, realistische Erwartungen zu entwickeln – egal ob für den Kurzurlaub oder die langfristige Wohnortplanung.










