Bezos greift Musks Starlink an: 5.400 Satelliten für das ultimative Weltraum-Internet

Blue Origin plant gigantisches Satellitennetzwerk mit überlegener Geschwindigkeit

Jeff Bezos‘ Raumfahrtunternehmen Blue Origin kündigt den Start von mehr als 5.400 Satelliten an – ein direkter Angriff auf Elon Musks dominierendes Starlink-Netzwerk. Der Milliardär intensiviert damit seine Rivalität im lukrativen Markt für satellitengestütztes Internet. Interessanterweise konkurriert Bezos dabei auch mit seinem eigenen ehemaligen Unternehmen Amazon, das ebenfalls in diesem Sektor aktiv ist.

Das ambitionierte Vorhaben markiert einen entscheidenden Wendepunkt im Wettlauf um die Vorherrschaft im All. Während Musk bereits Tausende Satelliten im Orbit hat, will Bezos mit überlegener Technologie punkten.

TeraWave: Satellitenflotte verspricht atemberaubende 6 Terabit pro Sekunde

Die neue Konstellation trägt den Namen TeraWave und kombiniert Satelliten in niedriger und mittlerer Umlaufbahn. Das Zielgruppen-Segment umfasst Unternehmen, Rechenzentren und Regierungen, die höchste Ansprüche an Konnektivität stellen.

Blue Origin plant, „Zehntausende Kunden“ zu bedienen, die auf „zuverlässige Verbindungen für kritische Operationen“ angewiesen sind. Die technischen Spezifikationen lassen aufhorchen: Die Mehrheit der Satelliten wird Funkfrequenz-Technologie nutzen.

Der Startschuss für die Konstellation ist für das vierte Quartal 2027 geplant. Die schwere New Glenn-Rakete von Blue Origin soll die Satelliten ins All transportieren. Wann das komplette Netzwerk einsatzbereit sein wird, bleibt vorerst offen.

Technische Überlegenheit durch innovative Orbital-Strategie

Die Zahlen beeindrucken: 5.270 Satelliten kreisen in niedriger Umlaufbahn und erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 144 Gigabit pro Sekunde. Weitere 128 Einheiten in mittlerer Umlaufbahn nutzen optische Verbindungen zwischen den Satelliten.

Diese Elite-Satelliten schaffen sensationelle 6 Terabit pro Sekunde – eine Geschwindigkeit, die Starlink mit seinen 400 Megabit deutlich in den Schatten stellt. Musk kündigte zwar an, 1 Gigabit zu erreichen, doch TeraWave läge selbst dann weit vorn.

Starlink beherrscht den Markt mit 9.000 Satelliten im Orbit

Elon Musks Starlink dominiert derzeit das satellitengestützte Internet mit beeindruckenden Zahlen: Bereits über 9.000 Satelliten kreisen um die Erde, etwa neun Millionen Nutzer sind angeschlossen. Der geschätzte Jahresumsatz liegt bei 12,3 Milliarden Dollar, wie Quilty Space berichtet.

Dieses Netzwerk bildet das Rückgrat von SpaceX, Musks Raumfahrtkonzern, der nach einer Bewertung von 800 Milliarden Dollar an die Börse strebt. Starlink generiert den größten Teil der Einnahmen.

Experten erwarten einen massiven Umsatzsprung, sobald Starlink direkte Satellitenverbindungen für Mobiltelefone ohne zusätzliche Antennen anbietet. Der Erwerb von Frequenzblöcken von EchoStar unterstreicht diese Strategie. ARK Invest prognostiziert 42.000 Satelliten innerhalb eines Jahrzehnts – ein Meilenstein, der SpaceX 15 Prozent der weltweiten Kommunikationsausgaben bescheren und die Einnahmen auf fast 300 Milliarden Dollar katapultieren könnte.

Amazon greift mit Leo-Projekt ebenfalls ins Rennen ein

Das von Bezos gegründete E-Commerce-Imperium Amazon hat sein eigenes Satellitenprojekt im vergangenen Jahr beschleunigt. Kürzlich umbenannt in Leo, stellt es einen weiteren Konkurrenten dar.

Bisher hat Amazon 180 Satelliten gestartet und strebt eine Konstellation von 3.236 Einheiten in niedriger Umlaufbahn an. Die Zielmarke bleibt damit unter den Ambitionen von Blue Origin.

Der nächste Start ist für den 12. Februar angesetzt. Eine Ariane 64-Rakete soll weitere 32 Satelliten vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana transportieren – Teil von insgesamt 18 Missionen in Zusammenarbeit mit Arianespace.

Unterschiedliche Marktstrategien der Bezos-Unternehmen

Während Blue Origin sich auf Geschäftskunden und staatliche Einrichtungen konzentriert, zielt Amazon auch auf Privatkunden ab. Das Unternehmen hat allerdings bereits einen ersten Frühzugang für Geschäftskunden gestartet.

Diese zweigleisige Strategie aus dem Bezos-Universum verspricht interessante Marktdynamiken. Die unterschiedlichen Positionierungen könnten sich ergänzen – oder zu interner Konkurrenz führen.