Warum dieser Reeder jetzt seine Luxus-Kreuzfahrtschiffe in China baut

Portugiesischer Unternehmer wechselt Werft: Atlas Adventurer entsteht im Reich der Mitte

Die West Sea Werft in Viana do Castelo erlebte eine bemerkenswerte Renaissance. Unter der Führung von Martifer kehrte Leben in die Anlagen zurück – maßgeblich vorangetrieben durch Aufträge des portugiesischen Unternehmers Mário Ferreira. Der erfahrene Reeder bestellte sowohl Fluss- als auch Hochsee-Kreuzfahrtschiffe zu einer Zeit, als Vigo mit Hijos de J. Barreras und The Ritz-Carlton Yacht Collection in diesem Segment Fuß fassen wollte.

Während der Auftrag für Vigo sich als katastrophal erwies, florierte die Nachbarwerft dank Ferreiras Bestellungen. Die Erfolgsgeschichte überzeugte sogar den japanischen Konzern Ryobi, dort ein Schiff in Auftrag zu geben. Doch für sein neuestes Prestigeprojekt hat Ferreira eine überraschende Entscheidung getroffen: Er setzt auf chinesische Schiffsbaukunst.

210 Meter Luxus-Abenteuer: Die Atlas Adventurer verbindet Segelromantik mit Hightech

Im prestigeträchtigen Explorers Club von New York präsentierte der Unternehmer selbst die Atlas Adventurer – ein Kreuzfahrtschiff der Superlative. Mit einer imposanten Länge von 210 Metern und Platz für 400 Passagiere markiert diese Einheit einen neuen Standard.

„Dies stellt einen Meilenstein in der nächsten Generation luxuriöser maritimer Erkundungen dar“, verkündete Ferreira enthusiastisch.

Innovative Technologie trifft auf klassische Eleganz

Das Schiff wird von Atlas Ocean Voyages betrieben und verfügt über einen hybridelektrischen Antrieb sowie Segel auf drei massiven Karbonmasten. Diese außergewöhnliche Konstruktion kombiniert die Segelkunst des 15. Jahrhunderts mit modernster Technologie des 21. Jahrhunderts.

Ein großzügig dimensionierter Batteriespeicher ergänzt das innovative Antriebskonzept. Die Atlas Adventurer wird damit zu einem Symbol für nachhaltige Luxus-Schifffahrt.

China Merchants übernimmt den Bau: Auslieferung für 2028 geplant

Im Dezember unterzeichnete Mystic Invest, die Muttergesellschaft von Atlas Ocean Voyages, den Bauvertrag mit China Merchants – einem staatlichen Konglomerat des asiatischen Riesen mit eigener Schiffbau-Sparte. Die Übergabe des Schiffes ist für 2028 vorgesehen.

West Sea bleibt trotz Ferreiras China-Entscheidung ein wichtiger Akteur. Die Werft hat bereits fünf Kreuzfahrtschiffe für den portugiesischen Unternehmer gebaut und ausgeliefert. Als Kunde der Schiffbau-Zulieferindustrie aus Vigo und Umgebung spielt die Werft weiterhin eine bedeutende Rolle im Sektor.

Zuletzt fertigte West Sea für die amerikanische Windstar Cruises die Star Seeker – ein von Ferreira konzipiertes Schiff, das kürzlich übergeben wurde. Diese erfolgreiche Bilanz macht die Entscheidung für China umso bemerkenswerter und zeigt die globale Strategie des visionären Reeders.