Spektakulärer Fund eines prähistorischen Riesen aus der Eiszeit
In Centinela del Mar, rund 50 Kilometer südlich von Miramar gelegen, machten Forscher eine bemerkenswerte Entdeckung. Sie bargen einen versteinerten Stoßzahn eines Notiomastodon platensis – ein gewaltiger Koloss aus längst vergangenen Zeiten. Das außergewöhnliche Exemplar stammt aus der Eiszeit und wird auf ein Alter von über 100.000 Jahren geschätzt.
Die Bergung erfolgte innerhalb eines lokalen Naturschutzgebietes. Dieser Fund liefert bedeutende Erkenntnisse über die gigantischen Lebewesen, die einst durch den Südosten von Buenos Aires streiften. Die quartäre Periode hinterließ hier ihre eindrucksvollen Spuren.
Perfekt erhaltenes Fossil von beeindruckender Größe geborgen
Der versteinerte Stoßzahn misst mehr als eineinhalb Meter Länge und weist eine leichte Krümmung auf. Seine Dimensionen beeindrucken ebenso wie sein außergewöhnlicher Erhaltungszustand. Wissenschaftlich gesehen handelt es sich um ein Objekt von unschätzbarem Wert, wie das Städtische Museum für Naturwissenschaften von Miramar „Punta Hermengo“ in seiner Instagram-Veröffentlichung betonte.
Das technische Team des Museums leitete die komplexe Konservierungsarbeit. Unterstützt wurden die Experten durch engagierte Teilnehmer eines Technischen Kurses für Paläontologie, der in der Stadt stattfindet. Diese Freiwilligen brachten ihr Können und ihre Hingabe ein. Zusätzliche Unterstützung kam vom spezialisierten Personal des renommierten Lorenzo Scaglia Naturwissenschaftlichen Museums in Mar del Plata. Die Stiftung für Naturgeschichte „Félix de Azara“ stellte unverzichtbare logistische und wissenschaftliche Ressourcen bereit.
Die Arbeiten zur Bergung und Erhaltung fanden an der Wissenschaftsstation „Eduardo P. Tonni“ statt – einem strategischen Stützpunkt am Fundort. Diese institutionsübergreifende Zusammenarbeit zeigt das gemeinsame Engagement verschiedener Einrichtungen für Forschung und Bewahrung des Naturerbes. Nach der Bergung wurde der Stoßzahn mit äußerster Sorgfalt ins Labor des Museums von Miramar transportiert, wo er nun einen strengen Prozess der Aufbereitung und Konservierung durchläuft, um langfristige Haltbarkeit und Forschung zu gewährleisten.
Der Notiomastodon – ein prähistorischer Gigant Südamerikas
Der Notiomastodon platensis, dem dieser Stoßzahn gehörte, war ein massives Rüsseltier aus der Familie der Gomphotherien, besser bekannt als Mastodonten. Diese Spezies bewohnte Südamerika während des Pleistozäns – einer Epoche, die sich von etwa 2,6 Millionen Jahren bis ungefähr 11.700 Jahre vor unserer Zeit erstreckte.
Wissenschaftliche Studien zeigen: Diese Tiere erreichten Dimensionen, die mit modernen asiatischen Elefanten vergleichbar sind. Ihre Schulterhöhe betrug zweieinhalb bis drei Meter, während ihr Gewicht zwischen drei und fünf Tonnen schwankte. Charakteristisch waren ihre oberen Stoßzähne, die relativ gerade oder leicht gebogen sein konnten. Als Pflanzenfresser passten sie sich verschiedensten Lebensräumen an.
Eine Region voller paläontologischer Schätze
Funde großer prähistorischer Säugetiere sind in dieser fossilreichen Region keine Seltenheit. Im Jahr 2024 beispielsweise wurden nördlich des Badeortes Mar del Sud Fragmente verschiedener Exemplare geborgen – ein weiterer Beweis für den Fossilienreichtum im Südosten der Provinz Buenos Aires. 2023 entdeckten Forscher am Strand von Miramar Fossilien eines Riesenfaultiers.
Diese Arten, einschließlich der Notiomastodon, wanderten vor etwa 2,5 Millionen Jahren von Nordamerika nach Südamerika ein. Dieser Prozess wird als Großer Amerikanischer Biotischer Austausch bezeichnet und wurde durch die Verbindung beider Kontinente über die Landenge von Panama ermöglicht.
Wenn Kontinente verschmelzen – der große Faunenaustausch
Dieser faunistische Austausch ermöglichte die Ankunft von Arten wie dem Smilodon (Säbelzahntiger), Bären, Pumas, Hirschen, Guanakos, Pferden und verschiedenen Hundeartige. Sie lebten gemeinsam mit der einheimischen Fauna – darunter Glyptodonten, Riesenfaultiere und große Beuteltiere. Das Ergebnis war ein vielfältiges und faszinierendes Ökosystem, das seinesgleichen sucht.
Nach Abschluss der Konservierungsarbeiten wird der Stoßzahn in die Dauerausstellung des Städtischen Museums für Naturwissenschaften von Miramar integriert. Das Museum befindet sich in der Nähe des Eingangs zum Wald und zur Baumschule Florentino Ameghino. Besucher und Anwohner können dann dieses Relikt der Eiszeit aus nächster Nähe bewundern und ihr Verständnis für die umfangreiche Naturgeschichte der Region vertiefen.










